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Der Ort Saathain


Am Zusammenfluss von Schwarzer Elster und Großer Röder, westlich von Elsterwerda und ganz im Süden Brandenburgs, also nahe am Sächsischen, liegt die kleine, aber geschichtsträchtige Ortschaft Saathain mit der weiß leuchtenden, 1629 errichteten Fachwerkkirche, die sich auf dem Hof des ehemaligen Gutshofes, zu welchem bis 1945 auch ein Schloss gehörte, befindet.

Die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes ist für das Jahr 1140 in einem Vertrag des Bischofs Udo von Naumburg mit dem Markgrafen  Konrad von Meißen nachgewiesen. Durch die Ansiedlung mehrerer Puppenspielerfamilien im 19. Jahrhundert gilt Saathain als eine Wiege des sächsischen Wandermarionettentheaters.

 Da der Ort 1140 erstmals urkundlich erwähnt wurde, feierten  die Einwohner am 1. Juli 1990 das 850jährige Bestehen ihres Heimatortes.

Gern wird darauf verwiesen, dass Saathain somit rund 100 Jahre älter ist als die Bundeshauptstadt Berlin.

Von 1065 bis um 1379 gehörte Saathain als Reichslehen zum Stift Naumburg, danach fiel es an das Königreich Böhmen.

Seit 1557 war der Ort sächsisch, kam aber nach den Napoleonischen Kriegen und dem Wiener Kongreß 1815 zu Preußen.

 Als Unterlehensträger der Herrschaft Saathain traten besonders die Herren von Köckritz (1348-1475, also 127 Jahre) und die Herren von Schleinitz (1475-1716, also 241 Jahre) hervor.

 Für das Aussehen der das Ortsbild prägenden Kirche von besonderer Bedeutung war die Herrschaft des Kgl.Sächsischen Kammer-und Kommissionsrates Johann Gottfried Dietze, der ab 1815, als Saathain preußisch geworden war, Schloss- und Gutsherr wurde.

Die heutige Gestalt der Kirche wird in besonderem Maße durch die von Dietze veranlassten Umbauten des Jahres 1816 geprägt. Es ist anzunehmen, daß die Baumaßnahmen von 1816 durch Verfall und Beschädigungen in den Befreiungskriegen dringend notwendig waren.

Ein genauer Hinweis auf den Ursprung der Kirche wurde durch die Wetterfahne des 1816 abgerissenen altenTurmes gegeben. Dort war die Jahreszahl 1629 zu finden, die mit Sicherheit die Vollendung des Vorgängerturmes bezifferte.

Im Zuge der Baumaßnahmen von 1816 wurde der Turm neu errichtet (Jahreszahl 1816 im Türsturz), die gesamten Außenwände mit Bruchsteinen untermauert, die oberen Fächer mit Ziegeln neu ausgesetzt, und Sakristei und Herrenloge neu angefügt.

Außerdem senkte man das Fußbodenniveau im Altarraum, unter dem sich verschiedene Gräber, besonders derer der Familie von Schleinitz befanden. Gleichzeitig muss in diesem Zusammenhang auch die Überstreichung der Deckenmalereien erfolgt sein, die im Rahmen der 1989 abgeschlossenen Restaurierung wieder sichtbar gemacht werden konnte. 

Das einstige Rittergut mit zahlreichen Konzerten und Ausstellungen ist nicht nur das  kulturelle Zentren der Gemeinde, sondern findet überregional Zuspruch und prägt die Kulturlandschaft des Landkreises Elbe-Elster.

Saathain mit seiner historischen Fachwerkkirche auf dem erhalten gebliebenen Gutshof und dem alten Park, der die Grenze zum Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft bildet, konnte in den 90er Jahren durch Bebauung und Zuzug auf deutlich über 600 Einwohner wachsen. Die Bevölkerungszahl wurde aber nach der Jahrtausendwende durch Abwanderung und Verringerung der Geburtenzahlen wieder auf den Stand von 1990 mit ca. 550 Einwohnern reduziert und liegt aktuell bei unter 500 Einwohnern.

Die Dorferneuerung in den 90er Jahren brachte neue Straßen und Gehwege, nicht nur die Räumlichkeiten für Kindergarten, Jugendclub und vieles mehr wurden modernisiert, auch die Einwohner renovierten Fassaden und Dächer, der Ort wurde auch grüner, sodass Saathain sichtbar verschönert heute angenehme Wohnbedingungen bietet.

Im Juli 2001 konnte auch die jahrelange umfassende  Rekonstruktion des Gutes Saathain abgeschlossen werden.

Im Zusammenhang mit der Rekonstruktion des Gutes, dessen Wirtschaftsgebäude bis 1989 durch die LPG intensiv landwirtschaftlich genutzt wurden, entstand der attraktive Festsaal „Gebrüder von Schleinitz“ und aus dem ehemaligen Kälber- und Kuhstall darunter wurde eine Ausstellungshalle.

Der Förderverein führt seitdem auch in den Wintermonaten Konzerte und Veranstaltungen im Festsaal durch, im Sommerhalbjahr wird weiterhin die Fachwerkkirche als Veranstaltungsort genutzt.

Am 26. Oktober 2003 bildete Saathain mit den umliegenden Dörfern Haida, Prösen, Reichenhain, Stolzenhain, Wainsdorf und Würdenhain die Gemeinde Röderland.